The Femininity Puzzle

Ulrike Brunotte

transcript, 2022, 236 Seiten

ISBN 978-3-8376-5821-7

The Femininity Puzzle

Gender, Orientalism and the »Jewish Other«

In the Hobsbawmian long 19th century, gender and processes of sexualization and feminization have been crucial in the construction of the »Jewish Other«. Ulrike Brunotte explores how these processes came about by addressing imaginative, aesthetic, and epistemological questions. She analyzes how literature, psychoanalysis and the performing arts traverse and react to the ambivalence of racialized stereotypes. The »femininity puzzle« presents itself in two ways: first in the role of effeminization of the male Jew in antisemitic discourse, and then in the transgressive forms of femininity connected to Jewish women, especially the allosemitic orientalization in the figure of the »Beautiful Jewess«.

Dämonen des Wissens

Ulrike Brunotte

Ergon, 2013, 288 Seiten

ISBN 978-3-89913-960-0

Dämonen des Wissens

Gender, Performativität und materielle Kultur im Werk von Jane Ellen Harrison

Die Gräzistin und Archäologin Jane Ellen Harrison (1850-1928), die am Newnham Frauencollege in Cambridge wirkte, revolutionierte den Blick auf die griechische Antike. Die vorliegende Studie zeichnet als erste deutschsprachige Monografie den Weg nach, wie der von Virginia Woolf so verehrten Religionsforscherin solches gelang. Es wird dabei gezeigt, wie sich Harrison als Erste ihres Faches den oft genug aus weiblichen und tierischen Anteilen zusammengesetzten Geistern und Dämonen widmete und eine „irrationale“ Antike entdeckte. Ihre zweite Neuerung bestand in der Wertschätzung von Ritualen und Bildern, die sie als der Literatur und den Texten ebenbürtige Ausdrucksmedien antik-griechischer Kultur verstand. Harrison wird dadurch zur Vertreterin eines frühen performative turn. Sie ist zugleich in Verbindung mit feministischen Ausbruchsbewegungen aus dem Viktorianismus zu sehen und zählt zu den Inspirationsfiguren der modernen Literatur, des modernen Tanzes und Theaters. Wissenschaftsgeschichtlich wird die Forscherin dabei in der Nähe der ikonologischen Kulturtheorie Aby Warburgs verortet. Vor allem aber soll es um den direkten Dialog mit Harrisons Plädoyer für eine ritualzentrierte Wende und für das materielle und affektive Wissen der Dämonen gehen – sowie um die Demonstration von dessen Aktualität.

Puritanismus und Pioniergeist

Ulrike Brunotte

De Gruyter, 2000, 310 Seiten

ISBN 978-3-1101-6729-0

Puritanismus und Pioniergeist

Die Faszination der Wildnis im frühen Neu-England

Mit der Überfahrt der Mayflower 1620 begann die neuenglische Geschichte als ein koloniales, puritanisches Gründungsexperiment. Als „heilige Leere“ und „Gelobtes Land“ legitimierte das Sehnsuchtsbild „Wildnis“ noch im 19. Jahrhundert die schrittweise Expansion und damit die Eroberung des nordamerikanischen Kontinents. Zugleich legten die Organisationsversuche der frühen Glaubensflüchtlinge, die sich am israelischen Bundesgedanken orientierten, im „Mayflower Compact“ die Fundamente einer Kultur des Vertrags und der Verfassung. Anhand von Selbstzeugnissen wird die bewegte Geschichte der religionspolitischen Anfänge Nordamerikas, die ohne die mythenbildende Konstruktion der „Wildnis“ nicht verständlich ist, historisch rekonstruiert.

Zwischen Eros und Krieg

Ulrike Brunotte

Wagenbach Verlag, 2004, 176 Seiten

ISBN 978-3-8031-5170-4

Zwischen Eros und Krieg

Männerbund und Ritual in der Moderne

In ihrer Studie zeigt Ulrike Brunotte, wie das »Gespenst der Homoerotik« zusammen mit der Angst vor einer Feminisierung der Politik die deutschen Männerbünde bestimmt hat und ein Feindbild entstand, in dem sich Antifeminismus und Antisemitismus verbanden.

Im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Umbrüchen um 1900, die auch die Geschlechteridentitäten erschütterten, entwickelten sich Vorstellungen von hyperviriler Männlichkeit, die den vermeintlichen Bedrohungen einer als »weiblich« und zugleich »jüdisch« empfundenen Kultur der Moderne widerstehen sollten.

Detailliert zeichnet Ulrike Brunotte nach, wie in den Diskussionen um »Männlichkeit« auf ein Ideal des »wilden Kriegers« und auf stammesgeschichtliche Initiationsriten zurückgegriffen wurde.

Und zum ersten Mal widmet sich eine Studie so ausführlich dem Berliner Psychologen Hans Blüher, der die ganze Ambivalenz dieses Männerbundmodells – das vom Wandervogel bis zu SA und SS gewirkt hat – offenbarte, als er nach der Rolle des Eros in der männlichen Gesellschaft fragte. In ihrer eindrucksvollen Analyse räumt die Autorin der Literatur einen besonderen Raum ein.

Hinab in den Maelstrom

Ulrike Brunotte

Meltzer Verlag, 1993, 373 Seiten

ISBN 978-3-476-00944-9

Hinab in den Maelstrom

Das Mysterium der Katastrophe im Werk Edgar Allan Poes

Zu den realen Zerstörungsprozessen, die die abendländische Gesellschaft seit dem Beginn der Moderne produzierte, gesellte sich die Beschwörung imaginierter Apokalypsen. Ihnen lag oft der Versuch zugrunde, durch Umdeutung von Realangst in Initiationsangst die Katastrophe — sei es ein Krieg oder eine andere Form von gesellschaftlicher Selbstzerstörung — erträglich zu machen, sich ihr anzupassen oder sie als Passage zu verstehen. So liest sich die Vorkriegslyrik des Expressionismus wie eine Beschwörung von Wiedergeburt aus der Apokalypse. So machte der Religionswissenschaftler Mircea Eliade in der Zeit der ersten massenhaften Atomproteste den zugleich naiven und erschreckenden Versuch, die „Angst des modernen Menschen“ als Initiationsangst zu deuten. Mit Hinweis auf Natur- und Mysterienreligionen, in denen der „Mythos vom Weltende (…) der Mythos der periodischen Zerstörung und Neuschöpfung der Welten, die kosmologische Formel des Mythos der ewigen Wiederkehr“1 sei, lautet seine Beruhigungsformel für moderne Angst angesichts des realen Selbstzerstörungspotentials: „Gewiß ist die Erwartung der kosmischen Katastrophe beängstigend, aber es handelt sich doch um eine religiös und kulturell eingeordnete Angst.“

Weitere Monografien

Brunotte, Ulrike (2015). Helden des Todes: Studien zur Religion, Ästhetik und Politik moderner Männlichkeit. Würzburg: ERGON-Verlag.
— Link zum Buch

Brunotte, Ulrike (1995). Helden des Tötens. Rituale der Männlichkeit und die Faszination der Gewalt. Dortmund: Humanitas Verlag.

Brunotte, Ulrike (1995). Märchen, Mythen, und Religionen. Große Mutter und Vatersehnsucht. Dortmund: Humanitas Verlag.

 

 

Forschungsgebiet
Jane E. Harrison
Ritual, Performativität

Forschungsgebiet
Orientalismus, Gender, Antisemitismus

Forschungsgebiet
Masculinity Studies, Männerbund, Gewalt

Forschungsgebiet
Kolonialismus, Religion und Literatur